Blogs und Wikis besser als CMS
Content Management Systeme (CMS) sind Programme für Webmaster, damit diese Ihre Webseiten entwickeln und veröffentlichen können.
Es gibt viele Gründe für den Einsatz von CMS, aber genauso viele Gründe sprechen auch gegen Ihren Einsatz. Content Management Systeme (kurz: CMS) sind nichts weiter als Verwaltungstools für Seiten, die die Handhabung von Seiten über eine Weboberfläche erleichtern sollen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die Handhabung von Webseiten wird leichter, dadurch dass oft gar keine Vorkenntnisse notwendig sind. Der Benutzer muss noch nicht einmal von HTML Ahnung haben und kann spielerisch seinen Web-Auftritt zusammenschustern. Weiterhin bieten CM Systeme an, einfach und schnell Inhalte ändern zu können, sogar das Website-Design lässt sich mit ein paar Mausklicks an die Wünsche anpassen. Erstellte Inhalte lassen sich ganz leicht kopieren und auf anderen Seiten wieder verwenden. Die Mächtigkeit der neuesten CMS hat im Grunde keine Grenzen, alle denkbaren Erweiterungen (Shopsysteme, Foren, Wiki, RSS, Gästebuch?) sind bei den großen CMS-Anbietern wie Typo3, Joomla!, oder PHPFusion zu finden. Die Nachteile bei volldynamischen CMS sind aber gravierend: Will man beispielsweise mit einem CMS ein etwas komplexeres Projekt realisieren, also nicht nur Informationsseiten anbieten, dann muss der User viel Zeit in die Schulung investieren, um das Grundverständnis zu erlangen. Bei Typo3 (meines Wissens nach das beliebteste CMS Open Source CMS auf dem Markt) braucht man min. ein halbes Jahr Schulung bis der Benutzer in der Lage ist bestehende Erweiterungen zu installieren, anzupassen zu implementieren und eigene Typo3-Erweiterungen zu schreiben. Auch wenn der Benutzer Vorkenntnisse in HTML, MySQL und PHP besitzt! Somit beschäftigen sich viele Website-Betreiber oft mehr mit Ihren CMS-Systemen als mit Ihren Inhalten. Weitere Nachteile sind die steigende Komplexität der Systeme und somit höhere Fehlerquote auf Seiten. Die schlechte Erreichbarkeit der CMS für Suchmaschinen und somit geringere Anzahl an Kunden ist einer der Knackpunkte warum sich der Einsatz der volldynamischen Systeme nicht lohnt. Die Kosten für Speicher, Administration und Lizenzen sind natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Doch vor allem im redaktionellen Bereich sind CMS für den Webauftritt nicht wegzudenken. Bei Verlagen und Zeitungen bietet sich gar keine kostengünsige Alternative zu einem Verwaltungssystem für Websites (CMS). Einen Ausweg könnnten in Zukunft sog. Hyride CMS bringen, die versuchen die Vorteile der statischen Seiten mit denen der dynamischen Content Verwaltung zu verbinden.
Weiterhin geht die Entwicklung dahin, dass die dynamischen CMS Betreiber versuchen Ihre Seiten immer mehr an statische Seiten anzugleichen.
Zum CMS Typo3
Typo3 ist ein Content Management System (CMS) zur Verwaltung von Webseiten.
Ist es heute noch sinnvoll?
Ich denke nicht. Ich habe mich einige Jahre mit diesem Content Management System beschäftigt. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen (auch bestätigt durch meinen Professor Mario Fischer), dass der Einsatz von Typo3 heute nicht sinnvoll ist.
Dieses Webseiten-Verwaltungssystem ist einfach zu kompliziert. Es gibt dafür so viele Erweiterungen, dass keiner mehr den Überblick hat. So viele Einstellungsmöglichkeiten, dass man zum Einlernen von neuen Mitarbeitern ca. ein halbes Jahr bräuchte, damit er die Funktionen grob kennt. Weitere Nachteile von Typo3: Die Seiten werden langsam und für Suchmanischinen unrelevant. Wenn Sie im Netz Geld verdienen wollen, bauchen Sie Seiten die nicht nur von Besuchern gemocht werden, sondern auch von Spidern. Der Content von Typo3 Seiten wird langsamer angezeigt als der von normalen HTML Seiten, was so einige echte Besucher verschrecken könnte. Und dynamisch erstellte Seiten machen bei Suchmaschinen sowieso einen negativen Eindruck.
Außerdem lassen sich Seiten viel zu aufwendig ändern, oder nachträglich optimieren, wenn es überhaupt funktioniert.
Mein Rat an alle Webmaster: Finger weg von Typo3, Joomla und allen anderen CMS-Systemen. Bleibt lieber bei einfachen HTML Seiten, oder setzt Systeme ein, die für spezielle Zwecke (wie Shop, oder Blog) entwickelt wurden.
17. Juni 2008 um 12:19
Interessanter Standpunkt, aber ich kann dir nicht zustimmen
Normalerweise wird ein Seitenbetreiber (z.B. Firma XY) ein TYPO3-System nicht selbst “bauen” sondern von einem Spezialisten (z.B. einer TYPO3-Agentur) entwickeln lassen. Mit der Anpassung von Extensions usw. hat der Nicht-ITler also schon mal nichts zu tun.
Wesentlich für den Betreiber ist die Bedienbarkeit des Systems als Redakteur. Die wichtigen Funktionen für Redakteure sind i. d. R. innerhalb weniger Schulungstage zu erlernen.
Gerade bei großen Systemen mit vielen Redakteuren für verschiedene Bereiche und verschiedenen Freigabeleveln ist ein detailliertes Rechtesystem wie das von TYPO3 unverzichtbar. Wie sollte das bei statischen HTML-Seiten realisiert werden?
Zu den Suchmaschinen. Was spricht gegen SEO-Maßnahmen für TYPO3. Es gibt Extensions für saubere Urls (realURL), SEO-Extensions und viel mehr. (Ein Experte auf dem Gebiet: http://www.fi-ausbilden.de/blog/)
Auch der vermeintliche Geschwindigkeitsnachteil ist nur auf den ersten Blick vorhanden. TYPO3 nutzt eine Caching-Technologie, die individuelle Einstellungen für jede Seite erlauben und die Geschwindigkeit stark erhöhen. Zudem sind für hochlastige Seiten spezielle Techniken möglich, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Z.B. wird die Seite vom FC Schalke 04 mit TYPO3 betrieben und muss während der Spiele mit gewaltigem Ansturm klar kommen und tut das auch mit guten Antwortzeiten.
Ich hoffe ich konnte dich ein wenig vom Gegenteil überzeugen, falls du noch Fragen hast bin ich per E-Mail zu erreichen.
18. Juni 2008 um 18:24
Hallo Sebastian,
was ist mit Datensicherheit? Wer garantiert, dass die zahlreichen Plugins für Typo3 nicht irgendwelche Angriffspunkte im System bieten?
Für Firmen-Projekte auf konzern-internen Servern empfehle ich eher ein kleineres CMS wie openEngine, um auch die Datensicherheit und die Datenstruktur zu überblicken.
Grüße,
Waldemar
22. Mai 2009 um 11:24
Danke! Gruss Harry