Über Fahrtkosten, Dienstreisen und Klimawandel
Samstag, 16. Januar 2010Die Anzahl an Dienstreisen und gemeldeten Fahrtkosten in deutschen Unternehmen ist nach wie vor sehr hoch, obwohl die Diskussion um Klimaschutz und globale Erderwärmung immer stärker wird.
Immerhin hat Air Berlin im Jahr 2009 ca. acht Prozent weniger Passagiere befördert als das Jahr zuvor. Auch Lufthansa hat einen Rückgang zu vermelden. Das muss aber nicht unbedingt daran liegen, dass es weniger Geschäftsreisen gibt, sondern eher daran, dass der Auslandstourismus zurückgegangen ist. Immer mehr Deutsche verbringen ihren Urlaub im Inland. Bei den Bürgern findet bereits ein Umdenken statt, vielleicht liegt es aber auch an den Kosten.
Eine Dienstreise sieht häufig noch immer so aus, dass sich die Berater, Fach- und Führungskräfte unter uns vom Taxi zum Flughafen bringen lassen, zum nahe gelegenen Flughafen am Zielort fliegen, dort evtl. ein Auto von Sixt, Europcar und Co. leasen und nach dem Termin den gleichen Weg wieder zurücknehmen.
Dabei wäre es vielleicht mit Bus und Bahn auch gegangen und nur halb so teuer gewesen. Oder der vor Ort Termin hätte ganz vermieden werden können durch Telefontermine oder eine Online Konferenz.
Warum interessieren sich die deutschen Unternehmen nicht für die Umweltverschmutzung durch CO2 Ausstoß oder die höheren Reisekosten?
Es gibt mehrere Gründe dafür, warum auch in den nächsten Jahren nicht damit zu rechnen ist, dass deutsche Unternehmen umweltbewusster bei der Planung von Dienstreisen handeln.
- Der deutsche Staat subventioniert die Fahrt- und Verpflegungskosten in Unternehmen durch Steuererleichterungen. Dabei ist es sogar besser, wenn das Unternehmen nicht auf umweltbewusste Verkehrsmittel setzt. Diese sind oftmals günstiger, was für das Unternehmen aber nicht unbedingt positiv ist. Es will doch die Gewinnsteuer sparen und dem Mitarbeiter was gutes tun, indem er mehr Fahrtkosten bei der Einkommenssteuererklärung angeben kann und somit mehr Geld vom Staat zurückerhält (Thema Kilometergeld).
- Die Unternehmen stellen Fahrtkosten oftmals dem Kunden in Rechnung. Dieser glaubt oft, keinen Einfluss auf diese Kosten zu haben und nimmt diese als notwendig hin.
- Die reisenden Mitarbeiter sind oftmals gewillt so viele Dienstreisen im Jahr durchzuführen wie möglich, Gründe: Sie erhalten zusätzlich zu Ihrem Gehalt, Fahrtkosten und Verpflegungsgeld ausbezahlt. Außerdem möchten Sie einfach der langweiligen Büroarbeit entfliehen, das Leben im Hotel und Unterwegs ist viel spannender.